7. Januar 2013:

Wenn man einen Urlaub plant, denkt man an so viele Dinge. Das Wetter, die Sonne, das Essen oder die anderen Gäste. Aber eher nicht unbedingt an Nachhaltigkeit. Schließlich möchte man sich entspannen und nicht allzu viele Gedanken machen! Mein erster Urlaub im Robinson Club Jandia Playa auf Fuerteventura sollte dies ändern.

November 2012. Noch einmal vor den Weihnachtstagen Sonne und Erholung tanken. Fuerteventura eignet sich dazu hervorragend. Sommerliche Temperaturen, selten Regen, ein erfrischender Wind und ein Atlantik, der sich über die Sommermonate gut aufgeheizt hat, so dass er mir fast wie das Mittelmeer vorkam.

Urlaub und Umwelt?

Ich hatte vor, mein etwas eingerostetes Tennis aufzufrischen, ein Sport der im Club neben vielen anderen Möglichkeiten großgeschrieben wird. Tägliche Trainerstunden auf der wunderschönen Tennisanlage zwischen Palmen konnte ich ohne Probleme im Voraus buchen. Nach einer problemlosen Anreise (immerhin liegt Fuerteventura vor der Küste Afrikas und damit nicht gerade um die Ecke) und einem herzlichen Empfang im Club, freute ich mich über ein sehr schönes modernes Zimmer, welches erst kürzlich renoviert wurde, mit Balkon und Blick in eine gepflegte Gartenanlage. Schon im Zimmer fielen mir Informationsbroschüren über die örtliche Flora und Fauna auf. Sogar ein moderierter Rundgang war möglich. Ob sich der Robinson-Club tatsächlich mehr Gedanken darum macht, wie man mit Rücksicht auf Natur und Umwelt eine Club- und Hotel-Anlage betreiben kann?

ROBINSON und Umwelt!

Clubchef Tom (der auch gerne den Kochlöffel schwingt – unbedingt einen Kochkurs bei ihm mitmachen!) erklärte mir beim Essen im Strandrestaurant (sehr lecker!), was alles zum Thema „Nachhaltigkeit“ im Club getan wird. Und das nicht nur hier sondern in allen anderen Clubs ebenfalls. Hier hörte ich zum ersten mal von der „Umweltnorm ISO 14001“. Dabei handelt es sich um ein Zertifikat, das einem Unternehmen Art und Einhaltung von nachhaltigen Maßnahmen bescheinigt. Das ist trockene Materie, aber ROBINSON hat das Thema mit sechs Schlagworten zusammengefasst: „Vermeiden. Verringern. Verwerten. Verschönen. Vermitteln. Verstehen.“ Ich war beeindruckt, denn mir wurde klar, dass man es mit der Umsetzung von verantwortungsbewusstem Tourismus hier sehr ernst meint. Und das auf eine konsequente Art und Weise.

Am nächsten Tag schaute ich mir die Infowand in der Lobby an. Spannend ist schon die hier beschriebene Historie des Clubs bzw. des Hauptgebäudes, dass sich in der Mitte der Clubanlage befindet. Ende der 60er Jahre gebaut und seit 1971 ein Robinson-Club. Und dazu der allererste Robinson-Club überhaupt. Ein paar alte Fotos zeigen die noch völlig unbebaute Insel, die heute touristisch schon lange erschlossen ist. Damals gab es außer dem kleinen Dorf nebenan nichts und auch Wasser und Strom musste notwendigerweise selbst erschlossen werden.

Erstaunlicherweise geschieht dies heute auf ähnliche Weise immer noch, wenn auch aus anderen Gründen. Die gut dokumentierte Infowand zu den Nachhaltigkeitsprojekten im Club gibt Auskunft: Energie durch Sonnenlicht, Wassergewinnung und -aufbereitung, Müllvermeidung und Resteverwertung.

Von einer „Naturchlor-Anlage“ für den Pool, die aus Meerwasser ihren Rohstoff bezieht, hatte ich noch nie gehört. Das Prinzip leuchtete mir zwar ein (das Meer ist in Jandia Playa an keinem Punkt mehr als 100 Meter entfernt und wer mag schon das in den Augen brennende Chemiechlor), hatte aber keine Vorstellung, ob das wirklich besser ist, als die herkömmliche Methode.

Naturchlor als perfekte Alternative

Die Poolanlage in Jandia Playa ist direkt am Barbereich in einer tollen Parkanlage gelegen, elegant geschnitten mit mehreren Plattformen zum Sonnenbaden und ein auf einer Empore integrierter Jacuzzi bieten eine Alternative zum Meer und Strand. 25 Grad Lufttemperatur veranlassten mich zu einem sofortigen Test. Und tatsächlich: neben dem positiven Umweltaspekt kann ich nur von einem sehr angenehmen Badeerlebnis berichten. Das Wasser ist leicht salzig, brennt eben nicht in den Augen und ist damit eine perfekte Alternative zum Meer.

Trotzdem sollte man den traumhaften Strand nicht verpassen. Schon beim Langschläferfrühstück im Strandrestaurant kann man sich dem fantastischen Blick auf das mal brandige, mal ruhige Meer kaum entziehen. Kilometerweit erstreckt sich der breite Strand die Küste entlang. In der einen Richtung erreicht man nach einem kurzen Spaziergang das hübsche Fischerdorf Morro Jable. Mit etwas mehr Zeit kann man den anderen Robinson-Club „Esquinzo Playa“ besichtigen, der ebenfalls sehr schön gelegen ist. Zwei Stunden sollte man für eine Strecke einplanen.

Ein weiterer Beleg dafür, dass es bei einem Urlaub im Robinson-Club nicht bei Lippenbekenntnissen aus dem Katalog bleibt, ist das fantastische Essen. Reichhaltig, frisch und für jeden Geschmack etwas dabei. Täglich wechselnde regionale Küche (häufig gleich mit einem beiliegendem Rezept zum Nachkochen!) ist bei jeder Mahlzeit Standard. Und selbst bei Unverträglichkeiten (z.B. Lactose) hat man keinerlei Probleme.

Zu guter Letzt ist noch unbedingt zu erwähnen, dass alle Mitarbeiter im Club wunderbare Gastgeber sind. Der Umgangston ist entspannt und freundschaftlich, das „Du“ ist schließlich in allen Clubs weltweit ein fester Bestandteil. Jede Frage oder Bitte wird ernst genommen. Und dabei ist egal, ob man den Weg zum Spa noch nicht gefunden hat oder wissen möchte, was vor Ort für den schonenden Umgang mit Ressourcen getan wird. So macht es wirklich rundum Spaß und bietet Erholung pur vom ersten Moment an!