19. Mai 2020:

Einen nachhaltigen Urlaub zu verbringen, wird für viele Menschen immer wichtiger. Der Urlaub ist die beste Zeit des Jahres und die willst du natürlich möglichst unbeschwert verbringen, die Umwelt aber trotzdem möglichst wenig belasten. Du willst an traumhaften Stränden die Sonne genießen, ein fremdes Land und seine Kultur kennenlernen oder dich ins aufregende Nachtleben stürzen.

Im Folgenden geben wir dir ein paar ganz einfache Tipps, wie du dazu beitragen kannst, dass dein Urlaubsziel auch in Zukunft attraktiv und die Umwelt intakt bleibt.

 

Was versteht man überhaupt unter nachhaltigem Tourismus?

Grundsätzlich basiert sanfter Tourismus auf drei Säulen: Ökologie, Wirtschaftlichkeit und soziokulturelle Aspekte.

Im ökologischen Bereich stehen ein bewusster und möglichst sparsamer Umgang mit Ressourcen, die Vermeidung von Müll und effektive Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt und für den Klimaschutz im Fokus.

Zu den ökonomischen Zielen zählen die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Schaffung von fairen Arbeitsbedingungen. Gerechte Löhne für die lokale Bevölkerung sollen den Wohlstand vor Ort fördern, Armut mindern und den Kindern der Beschäftigten Bildungschancen eröffnen.

Aus Sicht der Urlauber bedeutet Nachhaltigkeit auch, ein authentisches Reiseerlebnis zu haben. Den kulturellen Reichtum und typische Traditionen des Gastlandes kennenlernen zu dürfen, empfinden viele Urlauber als sehr bereichernd. Dazu gehört unter anderem, auf dem Buffet aus regionalen Produkten wählen zu können – quasi mit allen Sinnen in das Urlaubsland einzutauchen. Damit die Erwartungen an einen nachhaltigen Urlaub im soziokulturellen Bereich erfüllt werden können, ist es unverzichtbar, die lokale Bevölkerung in die Planungsprozesse und Entscheidungen miteinzubeziehen.

Gelingt es, die verschiedenen Ziele des nachhaltigen Tourismus zu erreichen, kommt es zu einer Stärkung der Urlaubsregionen in vielen Belangen. Die Natur bleibt sauber und intakt und die biologische sowie die kulturelle Vielfalt werden sogar gefördert. So stehen die Erwartungen an einen rundum gelungenen Urlaub nicht mehr länger im Gegensatz zu Umweltschutz und dem Wunsch der Beschäftigten nach sozialer Sicherheit.

 

Umweltfreundlich anreisen: CO2 Kompensation des Fluges – wie funktioniert das?

Vater und Tochter am Strand mit Spielzeugflugzeug

Viele klassische Sonnenziele wie die Kanarischen Inseln, Tunesien oder Griechenland lassen sich nicht oder nur sehr schwer mit dem Auto oder der Bahn erreichen, so dass die Anreise in der Regel mit dem Flugzeug erfolgt. Auch Fernreisen sind immer Flugreisen. Dabei wird in der Tat viel klimaschädliches CO2 freigesetzt.

Möchtest du dennoch möglichst umweltbewusst und ohne schlechtes Gewissen in den Urlaub starten, kannst du als Ausgleich eine CO2-Kompensationsabgabe an diverse gemeinnützige Organisationen leisten. Diese unterstützen mit deinem finanziellen Beitrag sinnvolle Klimaschutzprojekte in aller Welt.

Wie hoch die jeweilige CO2-Kompensation ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie weit und mit welcher Maschine du fliegst. Reist beispielsweise eine vierköpfige Familie von Frankfurt am Main nach Gran Canaria, entstehen insgesamt knapp 5.000 Tonnen CO2. Der Kompensationsbeitrag läge in diesem Fall bei etwa 120 Euro. Gut zu wissen: Da es sich bei den Klimaschutzorganisationen um gemeinnützige Stiftungen oder Vereine handelt, kannst du diese Ausgaben als Spende direkt von der Steuer absetzen.

Wohin das Geld fließt, kannst du bei einigen Organisationen selbst bestimmen. Bei anderen wird dein Beitrag dort eingesetzt, wo es gerade am nötigsten ist.

 

6 Tipps, wie du nachhaltig reisen kannst

Traumhafte Natur auf Madeira, Portugal

1. Wähle nachhaltige Reiseziele

Es gibt weltweit immer mehr Hotels, die sich dem umweltfreundlichen Tourismus verschrieben haben. Von Vorteil ist auch, wenn du vor Ort viele Ausflüge zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternehmen kannst.

2. Respektiere die lokale Kultur

Kleide dich angemessen und informiere dich vorab über wichtige landestypische Sitten und Umgangsformen. Wenn du Menschen fotografieren möchtest, solltest du vorher höflich ihr Einverständnis einholen. In dieser wie in vielen anderen Situationen ist es hilfreich, einige Worte der jeweiligen Landessprache zu beherrschen.

3. Halte dich an die Regeln

Im Urlaub ausgetretene Pfade verlassen, um ganz persönliche Erlebnisse zu sammeln, ist eine hervorragende Idee – mit Ausnahme von historischen Stätten oder Naturschutzgebieten: Um diese besonderen Orte für die Zukunft zu erhalten, solltest du dich dort an die Verhaltensvorschriften halten.

4. Wähle deine Souvenirs mit Bedacht aus

Kaufe keinesfalls Produkte, die aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten hergestellt wurden, sondern bewundere die Natur lieber „live“ vor Ort – zumal du auch hohe Geldstrafen riskierst. Achte außerdem darauf, nur bei Erwachsenen einzukaufen. Kinder, die als Straßenverkäufer oder Bettler auftreten, werden in der Regel von Erwachsenen dazu angehalten und versäumen ihren Schulbesuch.

5. Verhalte dich wie ein echter Tierfreund

Tierattraktionen begeistern die ganze Familie – aber nur, wenn die Tiere artgerecht leben und nicht illegal gefangen wurden. Informiere dich daher vorab, wie es um das Tierwohl im jeweiligen Zoo oder bei der Show steht.

In einigen Ländern gehören streunende Katzen und Hunde zum normalen Straßenbild. So schwer es dir auch fallen mag – für die Tiere ist es besser, wenn du sie nicht fütterst und streichelst. Andernfalls gewöhnen sie sich zu sehr an die gelegentliche Unterstützung und können sich bald nicht mehr selbst versorgen. Alternativ kannst du dich nach einem nahegelegenen Tierheim erkundigen und diesem eine Futterspende zukommen lassen.

6. Gehe mit den Ressourcen vor Ort achtsam um

Gerade in Regionen, in denen Wasser und Energie knapp sind, solltest du Klimaanlage und Licht nur nach Bedarf einschalten. Vielleicht müssen auch Handtücher und Bettwäsche nicht jeden Tag gewechselt werden … Ist ein Recycling-System für Abfälle vorhanden, solltest du es nutzen.

 

Nachhaltiger Urlaub mit Kindern – mit viel Spaß umweltschonend reisen

Möchtest du deinen Kindern das Meer zeigen oder mit ihnen gemeinsam in eine fremde Kultur eintauchen, gibt es oft keine Alternative zur Flugreise. Dann lautet die umweltschonende Devise: Lieber einmal fliegen und dafür länger bleiben. Statt zweimal eine Woche in den Urlaub zu fliegen, verbringst du mit deiner Familie besser einen längeren Aufenthalt. So kannst du die Zeit auch deutlich entspannter genießen. Du musst nur einmal Koffer packen, deine Kinder müssen nur einmal die längere Reisezeit „überstehen“ und ihr habt vor Ort deutlich mehr Muße, um das Land zu entdecken oder das Strandleben zu genießen.

Umweltfreundliche Aktivitäten am Strand und im Meer

Apropos Strand: Wenn du umweltbewusst reisen möchtest, solltest du auf emissionsstarke Attraktionen wie Jetskiing oder Fahrten mit dem Bananaboat verzichten. Während kleinere Kinder ohnehin mit Sandburgen bauen, Muscheln suchen und Plantschen im flachen Wasser glücklich sind, könnten Teenager beim Beachvolleyball oder Beachsoccer viel Spaß mit Gleichaltrigen haben und vielleicht neue internationale Freundschaften schließen. Oder ihr könnt gemeinsam beim Schnorcheln die Unterwasserwelt erkunden.

Linienbus statt Mietwagen

Natürlich bietet ein Mietwagen am Urlaubsort maximale Unabhängigkeit. Vielleicht sind die Familienferien aber auch die ideale Gelegenheit, um einmal etwas Neues auszuprobieren und auf den Linienbus umzusteigen? Bei der gemeinsamen Fahrt im Bus stellt sich automatisch wohltuende Entschleunigung ein und nette Gespräche mit anderen Urlaubern oder Einheimischen lassen die Fahrzeit wie im Flug vergehen.